Kurzer
Streifzug durch die Geschichte des Vereins
Am 23. Dezember
1906 versammelten sich in einer konstituierenden Sitzung
Ortsbewohner und gründeten den Obstbauverein Langenprozelten.
Zweck des Vereins war die Förderung des heimischen Obstbaus,
Verbreitung der Kenntnisse in Obstbau und Obstverwertung, Hebung
des Interesses für diesen wichtigen Teil der Landwirtschaft und
endlich Schutz des gesamten Obstbaues gegen seine Schädlinge.
Der Verein soll den gemeinsamen Bezug passender Obstsorten
vermitteln und durch Aufklärung an die heranwachsende Jugend,
Belohnung, evtl. auch Strafantrag, für Schutz der Bäume und des
heranreifenden Obstes sorgen. Als Beitrag wurden pro Monat 20
Pfennig erhoben und unter dem ersten 1. Vorstand Georg Urban
Egert verpflichteten sich sämtliche Vereinsmitglieder zur
unentwegten Treue gegenüber dem Verein und dessen
gemeinnützigen Bestrebungen zur Fernhaltung aller familiären,
ortsparteilichen und politischen Streitigkeiten.
Vier Jahre führte
Georg Urban Egert den Verein bis er durch den Lehrer Anton
Hartung abgelöst wurde. Julian Höfling und Robert Egert hiessen
die Vorstände von 1923 - 1944. Den Wiederaufbau unseres
Gartenvereins leitete der damalige 2. Bürgermeister Alfons Bauer
von 1945 - 1948 ein. Unter dem begeisterten und mitreissenden
Obstbauer Hermann Ruppert als 1. Vorstand von 1949 - 1956 nahm
der Obstanbau in unserem Heimatort einen glänzenden Aufschwung.
Theo Schäfer war
von 1957 - 1960 und von 1964 - 1970 Vereinsvorsitzender. Unter
seiner Regie gründete sich im April 1958 die Bienenzuchtgruppe.
Seitdem nennt sich unsere Vereinigung "Obst- und
Gartenbauverein mit Imkergruppe", zumindest im Kreisverband
Main-Spessart eine einmalige, aber sinnvolle Konstellation. Von
1960 - 1964 stand Richard Höfling dem Verein vor und Josef Egert
führte während dieser Zeit die Abteilung Bienenzucht.
Karl Oberst wurde
im Februar 1971 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er führte in den
70er Jahren in Zusammenarbeit mit Forstdienststelle und
Schulleitung "Den Tag des Baumes" und "Wir
pflanzen den Baum für das Jahr 2000" durch. Zeugen dieses
Wirkens sind die Bäume an der Mainlände, der Turnhalle, die
Hainbuchenhecke rund um den Kinderspielplatz und viele von
Volksschülern unter Anleitung gefertigten Nist- und
Futterkästen. Im Februar 1989 kandidierte Karl Oberst aus
Alters- und Gesundheitsgründen nach 18 Jahren Vorsitz nicht
mehr.
Mit Winfried
Felbinger wählte die Versammlung einen neuen 1. Vorsitzenden und
leitete damals unbewusst eine krasse Verjüngung der
Vereinsmitglieder ein. Walter Bergmann wurde Leiter der
Imkergruppe und zugleich 2. Vorsitzender.
Unter diesem
Führungsduo entwickelte sich das Vereinsleben völlig neu.
Fachinformationsveranstaltungen wie die
"Mini-Gartenschau" im Mai ´89, sowie die Durchführung
von bislang zwei Dorfplatzfesten und die Einführung des
Brauches, den Brunnen am Pfr.-Pfriem-Platz zur Osterzeit mit
einer aufwendigen Osterkrone zu schmücken.
Eine weitere Besonderheit ist der von unserem Verein im
dreijährigen Turnus durchgeführte Erntedankzug am
Erntedankfest.
Den Höhepunkt
erlebte die Vereinsgeschichte sicherlich am 15. Mai 1993, als
Pfr. Edwin Erhard unsere neu angeschaffte Vereinsfahne weihte,
auf die unsere 250 Vereinsmitglieder besonders stolz sind.
Winfried Felbinger
