Festumzug
anlässlich
der Festtage zum 100jährigen Vereinsjubiläum

Pünktlich zum Festumzug des Obst- und Gartenbauvereins
öffnete Petrus seine wochenlang verriegelten Schleusen und ließ die Festparade
zum 100jährigen Jubiläum, zu dem 28 Fußgruppen nach Langenprozelten gekommen
waren, buchstäblich im Wasser ertrinken. Regen wie aus Eimern gegossen, machte
den rund 350 Teilnehmer schwer zu schaffen, denn bereits nach kurzer Zeit waren
die Teilnehmer pitschnass bis auf die Haut, die mitgeführten Vereinsfahnen
hingen triefend schlaff herunter und gar ein Teil der auswärtigen Vereine
seilte sich bereits bei weniger als der Hälfte der Zugstrecke, die vom
Steinkorb bis zum Festplatz über die Langenprozeltener Straße führte, ab und versuchte
sich unterzustellen.
Wohl keine der Fußgruppen hatte je einen solchen „Wasserfall“
über sich ergehen lassen müssen. Die Regenschirme hielten nur notdürftig die
Hauptwassermassen ab, die Musiker der Musikkapelle konnten ihre Instrumente gar
nicht mehr spielen, lediglich der Trommler konnte noch den Takt vorgeben.
Folglich reduzierte sich der Zug bis zum Festzelt auf etwa die Hälfte der zu Beginn
losmarschierenden Gäste. Zu allem Unglück heulte beim Einbiegen in die
Grabenstraße auch noch die Alarmsirene und ließ sofort alle Feuerwehrleute aus
dem schon abgespeckten Jubiläums-Festumzug heraussprinten.
Keinen Blick hatten die Teilnehmer zuvor übrig für die mit
Fahnen geschmückten Häuser der Langenprozeltener Straße, die mit grün-gelben
Bändern und kleinen Birken liebevoll geschmückt waren, denn der Blick reichte
nicht über den Regenschirm hinaus bzw. am Vordermann vorbei. Die Zuschauer
waren nur punktuell am Straßenrand versteckt unter Schirmen und Dachvorständen
auszumachen.
Dabei waren die 28 Fußgruppen, bestehend aus den zwölf
Ortsvereinen sowie 14 benachbarten Obst- und Gartenbauvereinen sowie den
Patenvereinen aus Monheim und Gambach, mit wunderschön geschmückten Bögen,
Wagen, Blumenkronen und ideenreichen Blumenkompositionen hoch motiviert in den
Gemündener Stadtteil gekommen, hatten kleine Wägelchen zu stilvollen
Blumenbouquets werden lassen. Doch Petrus wollte partout den Glanz der Blumen nicht
erstrahlen lassen.
„Dieser Festzug wird in die Analen eingehen, da werden wir
noch ewig davon erzählen“, sagte etwa Georg Weßner vom Männergesangverein
Liederkranz und hatte dennoch ein Lächeln auf den Lippen. Andere Teilnehmer des
Umzuges wußten sich schnell zu behelfen und entledigten sich ihrer voll
gelaufenen Schuhe, marschierten barfuß weiter und alle hofften sie gemeinsam „hoffentlich
sind wir bald am Zelt“.
Dort angekommen marschierten zwar noch alle Zugteilnehmer ins
mit tausend Blumen und einem Teich liebevoll hergerichteten Zelt, aber schnell
traten die meisten Zugteilnehmer – zumindest aus Langenprozelten – zunächst einmal
den Heimweg an, um sich trocken zu legen.
So war Eile beim offiziellen Bieranstich durch Gemündens 1.
Bürgermeister Thomas Schiebel und den 1. Bürgermeister der Stadt Monheim, Anton
Ferber, angesagt. Schon als Schiebel den ersten Hammerschlag ansetzte, mussten
noch eilig die Bierkrüge angeschafft werden und entgegen sonstiger
Treffsicherheit benötigte der Bürgermeister dann auch vier, fünf Schläge, ehe
der edle Gerstensaft floß. Schließlich kamen die triefend nassen Musikanten des
Proazeller Musikvereins unter Leitung von Josef Ruppert doch noch zu ihrem
Einsatz und sorgten dafür, dass Schiebel, Ferber, OGV-Vorsitzender Winfried
Felbinger sowie die beiden Bürgermeister-Gattinen zumindest beim ersten Schluck
Bier musikalisch mit „Ein Prosit“ begleitet wurden.
Impressionen des Festumzugs: