Das Fest

100 Jahre Obstbau-Gartenkultur-Bienenzucht in Langenprozelten feierten die Gartler und Imker vom 21.-24. Juli 2006 mit einem großen Sommerfest auf dem Festplatz am Mainufer.

Festzeltaubau

Hochsommerliche Temperaturen begleiteten bereits den Aufbau des Festzeltes und das Herrichten des Festplatzes von Mittwoch bis Freitag.

Am Freitagabend, dem 21.07. präsentierte sich dann das Festzelt samt Biergarten in einem festlichen Outfit. Alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hatten ganze Arbeit geleistet. Um 20 Uhr hieß es dann auch Bühne frei für Nordbayerns Spitzencountryband „COUNTRY BLEND“. Einige hundert Country- und Linedance-Freunde hatten den Weg in den größten Gemündener Stadtteil gefunden. Bei schwülwarmer Witterung heizten dann die Country-musiker ihren Fans und den Linedancern kräftig ein und bald war der erste Abend des Sommerfestes zur Zufriedenheit der Veranstalter gelaufen.

Country Blend

Der Havana-Club, der Treff für Jung und Alt, die Weinlaube  sowie die Cafeteria waren bis in die frühen Morgenstunden von vielen Nachtschwärmern noch gut besucht.

 

Havana-Club


 

Weinlaube


Cafeteria


Am Samstag, 22.07. hatte sich unser gesamter Heimatort in den Vormittagsstunden ein festliches Gewandt angelegt. Fahnen, mit grün-weißen Bändern geschmückte Birkenbäumchen und Blumenarrangements säumten nicht nur die Langenprozeltener Straße, die Graben- und die Jahnstraße. Die Festgäste wurden standesgemäß herzlich empfangen. Langenprozelten feierte seinen Gartenbauverein. Seit 14 Uhr lief der Festbetrieb auf dem Festgelände. Das ganze Dorf fieberte der abendlichen Festparade entgegen. Gegen 18 Uhr wallten alle Ehrengäste, Gast-Gartenbauvereine und die örtlichen Vereine zur Aufstellung der Festparade am Steinkorb. Gleichzeitig verdunkelte sich das Firmament bedrohlich. Die rund 400 Gäste, Gartler und Imker hatten sich herausgeputzt, führten liebevoll geschmückte Wagen, Karren, Körbe und Blumensträuße mit - eben einem 100. Geburtstag würdig -. Pünktlich um 18.30 Uhr gab Zugleiter Fritz Bils den Startschuss zur Festparade. Doch bereits nach wenigen hundert Metern geschah das Unfassbare. Petrus öffnete von der einen auf die andere Minute seine Schleusen und über die gesamte Festparade ergoss sich ein Wolkenbruch. Tapfer marschierte ein Großteil unter den Klängen der Proazeller Musikanten weiter. Einige Gruppen suchten entlang des Zugweges eine Unterstellmöglichkeit, um sich vor den Wassermassen zu schützen. Als die restlich verbliebenen Teilnehmer der Festparade nach ca. 25 Minuten am Festgelände eintrafen, ließ auch der Regen nach. Teilweise völlig durchnässt ließen sich unsere Gäste die Lust am Feiern dennoch nicht vermiesen. Wie laut Programm geplant erfolgte zunächst im Festzelt der offizielle Bieranstich durch den 1. Bürgermeister der Stadt Gemünden, Herrn Thomas Schiebel und dem 1. Bürgermeister der Stadt Monheim/Schwaben, Herrn Anton Ferber zu den Klängen der Proazeller Musikanten. Danach trieb das Musikduo „C-dance“ schnell die Stimmung im Festzelt mit Partymusik in die Höhe. Bis kurz nach Mitternacht waren auch das letzte Hemd und die letzte Hose wieder getrocknet.

 

Bieranstich

 

Während die Nachtwachen schon wieder „klar Schiff“ im Zelt und im Biergarten machten, drängten sich im Havana-Club die Gäste bis zum Sonnenaufgang.

Am Sonntagmorgen lachte wieder die Sonne im Maintal. Fleißige Hände hatten den Altar auf der Mainuferbühne mit Sommerblumen geschmückt. Um 09.30 Uhr eröffnete unser Pfarrer Rudolf Scherbaum zusammen mit Diakon Anton Siegler den Festgottesdienst. Die Ministranten waren aus den Reihen der OGV-Jugendgruppe zusammengestellt. Mitgestaltet wurde die Eucharistiefeier von unserer Fahnenpatin Jutta Pfister und am Keyboard von Klaus-Josef Hofmann.

 

Festgottesdienst auf der Mainuferbühne

 

Unsere Freunde vom Gartenbauverein Monheim/Schwaben hatten als Geburtstagsgeschenk ein Fahnenband auf den Altar gelegt. Dies segnete Pfarrer Scherbaum und die Monheimer Blumenfrau Zita Rosenwirth heftete das Freundschafts-Fahnenband an unsere Vereinsfahne. Mit dem fränkischen Marienlied „O himmlische Frau Königin“ klang ein feierlicher Festgottesdienst zum 100-jährigen Jubiläum aus.

Gleich anschließend noch eine Überraschung:

Der Monheimer 1. Bürgermeister Anton Ferber, der langjährige Vereinsvorsitzende Udo Dittel sowie der amtierende 1. Vorsitzende Hans Waibel überreichten an den Vorsitzenden des Jubelvereins, Winfried Felbinger, die Monheimer Stadtfahne als weiteres Gastgeschenk.

 

Übergabe Monheimer Stadtfahne

 

Zur gleichen Zeit lief auf dem erweiterten Festgelände der Natur- und Handwerkermarkt an. Diesen ökologisch ausgerichteten Markt hatte Günther Felbinger organisiert und die stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende für Gartenbau und Landespflege Main-Spessart, Frau Lore Göbel, vollzog die Eröffnung.

 

Natur- und Handwerkermarkt

 

Biergarten und Festzelt hatten sich inzwischen gefüllt. Alle Gäste erwarteten den mediterranen Frühschoppen. „Die Rossinis“ glänzten trotz der herrschenden Schwüle in ihrer unnachahmlichen Art mit Italo-&Latino-Pop und deutschen Hits der 50er Jahre.

 

Die Rossinis

 

Während der Mittagessenszeit bildete sich eine lange Schlange an den Essensständen. Aber gut Ding will nun mal Weile haben und unser OGV-Küchenteam brachte schließlich alles frisch auf den Tisch. Zur Kaffee- und Kuchenzeit ab 15 Uhr unterhielten die aus Funk und Fernsehen bekannten „Karschter Buawa“ und traditionelle Bierzelt-Blasmusik für alle Freunde von Polka-, Marsch- und Walzertakt erklang am Abend beim Heimspiel der „Proazeller Musikanten“. 

Der Festmontag wurde ab 11 Uhr mit Weißwurst und Brezel für alle Rentner, Pensionisten und Urlauber eingeläutet. Für alle Betriebe und Geschäfte aus Langenprozelten und Umgebung wartete die OGV-Küche ab 12 Uhr mit einem Mittagstisch auf. Am Nachmittag zeigten Schülerinnen und Schüler der Grundschule Langenprozelten Kostproben aus der musikalischen Früherziehung. Rektor Alfons Schlereth und sein Lehrerkollegium hatten sich da einiges ausgedacht.

 

Grundschule Langenprozelten

 

Gleich im Anschluß daran brillierten nochmals die Schauspieler unserer OGV-Jugendgruppe mit der Theatheraufführung „Gründungsgeschichte des Obstbaumvereins von 1906“. Mit Leckerbissen zum Festausklang lockte nochmals die OGV-Küche die zahlreichen Besucher und dazu gesellten sich auf der Bühne urige Originale aus der Rhön.

 

Bergmusikanten Waldfenster

 

Die Bergmusikanten Waldfenster begeisterten mit humoriger Blasmusik, Sangeskunst, Schlagern und Volksliedern. Sie heizten zum Finale des Sommerfestes zusätzlich zu den hochsommerlichen Temperaturen den Gästen kräftig ein.

 

1. Vorsitzender mit Gattin

 

Mitternacht im Festzelt

Es war geschafft – 1. Vorsitzender Winfried Felbinger mit Gattin Maria – lächelt wieder. Die Festtage sind erfolgreich verlaufen mit einmaligen, ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und dankbaren Besuchern aus nah und fern.

 Doch wenige Stunde später hieß es „Fertig zum Zeltabbau“. Und viele, die bis in den frühen Morgen hinein noch gefeiert hatten, standen bereits wieder Gewehr bei Fuß.

 

Letzte Brotzeit im Festzelt

 

Bei Temperaturen um die 32 Grad und drückender Schwüle wurde der Festplatz langsam aber sicher wieder in seinen Urzustand zurück versetzt.

 

Helfer aufgereiht

 

Um 19.58 Uhr fuhr der Sattelzug mit dem Festzelt an Bord aus dem Festgelände an der Langenprozeltener Jahnstraße.

 

Truck fährt vom Festplatz

 

Das Sommerfest zum 100-jährigen Vereinsjubiläum des Obst- und Gartenbauverein 1906 e.V. mit Imkergruppe Langenprozelten ist Geschichte.

 

Text: Winfried Felbinger
Fotos: Winfried Felbinger, Günther Felbinger

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